Bewegung als Medikament
Bewegung ist weit mehr als ein Freizeitvergnügen – sie wirkt wie ein wirksames Medikament. Für Menschen mit Brustkrebs kann regelmässige körperliche Aktivität die Genesung unterstützen, Nebenwirkungen lindern und sogar deutlich das Rückfallrisiko senken. Zahlreiche Studien zeigen: Wer sich bewegt, stärkt nicht nur den Körper, sondern auch die Psyche.
Text: Gina Wigger
Geprüft: Dr. med. Stefanie Stirnberg
Lesezeit: 8 Min
Warum Bewegung so kraftvoll wirkt
Während und nach einer Brustkrebstherapie verändert sich der Körper. Operationen, Chemotherapie oder Bestrahlung hinterlassen Spuren: Müdigkeit, Muskelschwäche, Gewichtszunahme oder Gelenkbeschwerden sind häufige Begleiter. Bewegung hilft, diesen Kreislauf zu durchbrechen. Sie verbessert die Durchblutung, reguliert den Stoffwechsel und wirkt positiv auf das Immunsystem.
Die Vorteile im Überblick
- Weniger Fatigue: Regelmässige Aktivität kann die oft quälende Erschöpfung deutlich reduzieren.
- Stabilere Knochen und Muskeln: Krafttraining beugt Osteoporose vor und stärkt die Muskulatur.
- Besseres Herz-Kreislauf-System: Ausdauertraining schützt vor Folgeerkrankungen.
- Psychische Stärke: Bewegung hebt die Stimmung, reduziert Ängste und gibt ein Gefühl von Kontrolle zurück.

Wie viel Bewegung ist sinnvoll?
Wir empfehlen regelmässige, moderate Bewegung, bis zu 150 Minuten pro Woche. Das kann beispielsweise zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen sein. Ergänzend sind zwei bis drei Einheiten Krafttraining ideal, um die Muskulatur zu stärken. Es ist jedoch wichtig, langsam zu starten und das Training an die persönliche Situation, als auch an die vorherige Fitness anzupassen. Schon kleine Schritte – auch wenn es nur 15 minütige Spaziergänge täglich sind – können einen grossen Unterschied machen.
Tipps für den Einstieg
Wir empfehlen unseren Patient:innen mit kurzen Einheiten zu beginnen und sich behutsam zu steigern. Dabei sollte darauf geachtet werden, eine Aktivität zu wählen, die Freude bereitet. Das erhöht nicht nur die Motivation, sondern vereinfacht es auch, Routinen zu finden. Zudem kann es helfen, sich feste Zeiten für die Bewegung einzuplanen, um die entstehenden Routinen schneller zu festigen. Auch Unterstützung in Form von Sportgruppen oder Trainer:innen können wertvolle Begleiter sein.
Fazit
Bewegung ist kein Ersatz für medizinische Therapien, aber eine entscheidende Ergänzung. Sie stärkt den Körper, verbessert die Lebensqualität und gibt unseren Patient:innen ein Stück Normalität zurück. Ihr Körper wird es Ihnen danken.


