Brustkrebs bei Männern – Selten, aber nicht zu unterschätzen
Beim Thema Brustkrebs denken die meisten Menschen zunächst an Frauen. Doch auch Männer können daran erkranken – wenn auch deutlich seltener. In der Schweiz erhalten jährlich rund 50 bis 60 Männer die Diagnose Brustkrebs.
Text: Gina Wigger
Geprüft: Dr. med. Stefanie Stirnberg
Lesezeit: 5 Minuten

Wenn man an Brustkrebs denkt, haben die meisten sofort Frauen im Kopf. Doch auch Männer können betroffen sein – wenn auch sehr selten. Von 100 Menschen mit Brustkrebs ist nur einer männlich. In der Schweiz erkranken jedes Jahr rund 50 – 60 Männer, was rund 0.7 – 1% der Fälle ausmacht.
Gemeinsamkeiten und Unterschiede
Brustkrebs bei Männern ähnelt in vielen Punkten dem Brustkrebs bei Frauen. Meist geht der Tumor von den Milchgängen aus, und in rund 90 Prozent der Fälle ist er hormonempfindlich. Das bedeutet, dass die Krebszellen auf Hormone wie Östrogen reagieren. Die Behandlung orientiert sich daher weitgehend an den Empfehlungen für Frauen nach den Wechseljahren
Warum gibt es so wenige Studien?
Weil Brustkrebs bei Männern so selten ist, gibt es kaum aussagekräftige Studien. Die vorhandenen Daten sind nicht sehr verlässlich. Deshalb beruhen die Empfehlungen für Männer vor allem auf Expertenmeinungen und den Erfahrungen aus der Behandlung von Frauen.
Diagnostik und genetische Beratung
Die Diagnose erfolgt ähnlich wie bei Frauen: Bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Mammographie oder MRT helfen, den Tumor festzustellen. Wenn der Verdacht auf Metastasen besteht, werden zusätzlich Lunge, Leber und Knochen untersucht.
Da bei Männern mit Brustkrebs eine erbliche Belastung häufiger vorkommt, empfehlen Fachleute eine genetische Beratung. Besonders die Genveränderungen BRCA1 und BRCA2 spielen eine Rolle.
Behandlungsmöglichkeiten
Die Therapie richtet sich nach dem Tumortyp und dem Krankheitsstadium und wird individuell von Fall zu Fall entschieden. Männliche Patienten können ebenfalls operiert und / oder mit Chemotherapie behandelt werden. Zudem gilt auch bei Männern: Je früher die Diagnose, desto besser die Heilungschancen. Männer sollten Veränderungen an der Brust ernst nehmen und ärztlich abklären lassen.


