Schlafstörungen bei Brustkrebs – Ursachen und Tipps für besseren Schlaf
Viele unserer Patient:innen berichten über Ein- und Durchschlafstörungen, die sowohl durch die Brustkrebserkrankung selbst als auch durch begleitende Therapien, hormonelle Veränderungen und tief sitzende Zukunftsängste bedingt sein können.
Text: Gina Wigger
Geprüft: Dr. med. Stefanie Stirnberg
Lesezeit: 5 Minuten

Jede Begleiterscheinung für sich kann den Schlaf beeinträchtigen – gemeinsam wirken sie besonders stark. Dabei ist erholsamer Schlaf essenziell für die körperliche und seelische Regeneration. Wird er gestört, leidet nicht nur die Lebensqualität, sondern auch das Immunsystem kann geschwächt werden.
Warum ist Schlaf so wichtig?
Während wir schlafen, regenerieren sich Zellen, das Immunsystem wird gestärkt und die Psyche kann sich erholen. Wer dauerhaft schlecht schläft, fühlt sich erschöpft, ist anfälliger für Infekte und psychische Belastungen. Deshalb ist guter Schlaf ein wichtiger Bestandteil jeder Krebstherapie.

Was kann helfen?
- Schlafhygiene beachten:
Regelmässige Schlafzeiten, eine ruhige Umgebung und der Verzicht auf koffeinhaltige Getränke ab dem Mittag sind einfache, aber wirksame Massnahmen. Auch das Abdunkeln des Schlafzimmers und das Entfernen von störenden Lichtquellen können helfen
- Entspannungstechniken
- Atemübungen, Meditation oder sanftes Yoga vor dem Schlafengehen fördern die innere Ruhe. Auch progressive Muskelentspannung kann den Körper auf den Schlaf vorbereiten.
- Professionelle Unterstützung:
Wenn die Schlafprobleme anhalten, lohnt sich die Beratung durch Fachpersonen – etwa Psychoonkolog:innen oder Schlafmediziner:innen. Sie können individuell passende Strategien entwickeln. - Phytotherapie:
Heilpflanzen wie Hopfen, Baldrian, Melisse, Lavendel, Passionsblumenkraut oder Pestwurz können das Ein- und Durchschlafen erleichtern. Hier können Sie unsere speziell dafür ausgebildeten Aromatherapeutinnen gerne unterstützen.

Kalte Füsse – eine unterschätzte Ursache
Wenn die Füsse nicht warm sind, fällt das Einschlafen schwer, weil der Körper nicht in den nötigen Entspannungszustand kommt. Warme Füsse fördern die Durchblutung und signalisieren dem Körper: «Es ist Zeit zum Schlafen.»
Tipps für warme Füsse:
- Warme Socken aus Wolle oder Fleece – aber nicht zu eng.
- Fussbad vor dem Schlafengehen: 10 Minuten in warmem Wasser entspannen.
- Wärmflasche oder Körnerkissen direkt ins Bett legen.
Im folgenden Video berichtet unsere Leitende Ärztin Dr. med. Stefanie Stirnberg über ein Fallbeispiel von Patientin K. F., die während der Behandlung unter Schlafstörungen litt.


