Zurück in den Job – Ein neuer Abschnitt nach der Brustkrebsdiagnose
Die Rückkehr in den Beruf nach einer Brustkrebsbehandlung ist für viele Betroffene ein wichtiger Schritt in Richtung Normalität. Gleichzeitig bringt sie Herausforderungen mit sich – körperlich, emotional und organisatorisch. In unserem Integrativen Brustzentrum begleiten wir unsere Patient:innen nicht nur während der Therapie, sondern auch auf dem Weg zurück in den Alltag und ins Berufsleben.
Text: Gina Wigger
Geprüft: Dr. med. Stefanie Stirnberg
Lesezeit: 5 Minuten

Warum ist der Wiedereinstieg so bedeutsam?
Arbeit bedeutet für viele mehr als Einkommen: Sie gibt Struktur, soziale Kontakte und das Gefühl, gebraucht zu werden. Nach einer intensiven Therapie kann der Wunsch gross sein, wieder «funktionieren» zu wollen. Doch der Weg zurück sollte individuell und realistisch geplant werden. Dabei gibt es typische Herausforderungen, die uns aus Gesprächen mit ehemaligen Patient:innen bekannt sind – und die völlig normal sind:
- Erschöpfung und Fatigue:
Viele Betroffene fühlen sich auch nach Abschluss der Behandlung müde und weniger belastbar.
- Konzentrationsprobleme:
«Chemo-Brain» kann die Leistungsfähigkeit vorübergehend einschränken.
- Verändertes Selbstbild:
Körperliche Veränderungen oder Ängste können das Selbstvertrauen beeinflussen.

Eine erfolgreiche Rückkehr in den Beruf beginnt mit einer guten Vorbereitung. Frühzeitige Planung ist dabei entscheidend: Wir besprechen mit unseren Patient:innen die beruflichen Ziele und die aktuelle Belastbarkeit. Gemeinsam legen wir realistische Schritte fest, die zu der gesundheitlichen Situation passen. Ein bewährter Ansatz ist die stufenweise Wiedereingliederung. Dabei starten Patient:innen mit wenigen Stunden pro Tag und steigern die Arbeitszeit langsam. So bleibt genügend Raum für Erholung und Anpassung, ohne sich zu überfordern.

Ebenso wichtig ist offene Kommunikation. Es ist wichtig, sich vorab Gedanken zu machen, wie viel man den Kolleg:innen und Vorgesetzten mitteilen möchte. Transparenz kann Verständnis schaffen und den Druck mindern, immer «voll einsatzfähig» sein zu müssen. Gleichzeitig darf und soll jeder selbst entscheiden, welche Informationen zu welchem Mass privat bleiben sollen.

Auch die Selbstfürsorge bleibt nach wie vor ein wichtiger Grundpfeiler. Nach der Therapie braucht jeder Körper Zeit, um Kraft zu sammeln. Wir empfehlen unseren Patient:innen regelmässige Pausen einzuplanen, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten und langsam steigernde Bewegung in den Alltag zu integrieren. Selbst die kleinsten Schritte können eine grosse Wirkung haben auf dem Weg der Genesung bis hin zu Wiedereinstieg und darüber hinaus.


