Operative Therapie

Die operative Therapie steht bei einer Brustkrebserkrankung meist an erster Stelle. Ziel ist dabei die vollständige Entfernung des Tumors. In mehr als zwei Dritteln aller Fälle kann dies brusterhaltend geschehen. Auch bei Vorhandensein mehrerer Tumoren in der Brust (multifokal/multizentrisch) ist heute ein brusterhaltendes Vorgehen Standard. Ermöglicht wird dies durch onkoplastische Operationsverfahren.

Nach einer brusterhaltenden Operation folgt in aller Regel eine Nachbestrahlung der Brust. Damit wird die gleiche onkologische Sicherheit, wie bei einer Entfernung der Brust, erreicht.

Sollte aus verschiedenen Gründen ein brusterhaltendes Vorgehen nicht möglich sein, so bieten wir bei Notwendigkeit zur Entfernung der Brust einen Wiederaufbau an. Dies kann primär, also in der gleichen Operation, oder aber auch zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt erfolgen. Hierfür stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung.

Christina hatte das Glück brusterhaltend operiert zu werden.

Eine Entfernung von Lymphknoten aus der Achselhöhle erfolgt heute sehr schonend im Sinne der sogenannten Wächterlymphknoten-Biopsie (Sentinel). Eine radikale Entfernung der Lymphknoten ist nur selten indiziert. Bei einer Entfernung des Wächterlymphknotens erfolgt am Vortag der Operation eine Markierung mit einem Kontrastmittel. Spätkomplikationen, wie ein Lymphoedem, sind deshalb heute relativ selten. Sollten die Lymphknoten auffällig sein und primär eine Chemotherapie durchgeführt werden, werden die Lymphknoten vor dieser medikamentösen Therapie markiert. Nach einer Chemotherapie, auch bei primär auffälligen Lymphknoten, kann auf eine radikale Entfernung meist verzichtet werden.

Um möglichst bereits während der Operation Gewissheit über die vollständige Entfernung des Tumorgewebes zu erhalten, betreibt das Brustzentrum Rheinfelden ein Schnellschnittlabor direkt neben dem Operationssaal. Hier führt der Pathologe die Erstuntersuchung des Gewebes durch und informiert den Operateur bereits während der Operation. Allenfalls notwendige Nachoperationen können somit bereits in der gleichen Operation durchgeführt und weitere Eingriffe vermieden werden.